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Orientierung

Markisenhersteller im Überblick: wer was baut

Der Markenname auf der Kassette entscheidet weniger über Ihre Zufriedenheit als die Frage, wer die Anlage montiert und wer in acht Jahren ein Ersatzteil liefert. Trotzdem lohnt der Blick auf die Hersteller, weil sich ihre Programme deutlich unterscheiden.

Planungsunterlagen, Stoffmuster und Maßband für eine Markise
Inhaltsübersicht
Die Kernfrage

Hersteller bauen, Fachbetriebe verkaufen und montieren. Ein sehr gutes Produkt in schlechter Montage ist eine schlechte Markise.

Was einen Hersteller tatsächlich unterscheidet

Bei der Grundtechnik liegen die etablierten Anbieter näher beieinander, als es Prospekte vermuten lassen. Gelenkarme mit Federpaketen, Rohrmotoren und Aluminiumgehäuse sind ausgereifte Bauteile, und die Windwiderstandsklassen werden nach derselben Norm geprüft.

Die Unterschiede liegen woanders. Erstens im Programm: Nicht jeder Hersteller baut alle Bauarten, und wer eine große Pergolamarkise oder eine Aufdachanlage für den Wintergarten sucht, hat eine kürzere Liste als jemand mit Bedarf an einer Standardmarkise. Zweitens in der Breite der Größen, denn Sonderbreiten und ungewöhnliche Ausfälle fertigt nicht jeder.

Drittens, und das wird am häufigsten unterschätzt, in der Ersatzteilversorgung. Eine Markise soll fünfzehn Jahre halten. Die entscheidende Frage ist deshalb, ob es in zehn Jahren noch ein passendes Ausfallprofil, einen Motor mit derselben Aufnahme und Gelenkarme für die konkrete Baureihe gibt. Große Hersteller mit langen Modellzyklen sind hier im Vorteil.

Zwei österreichische Hersteller mit europäischer Reichweite

HELLA Sonnen- und Wetterschutztechnik sitzt in Abfaltersbach in Osttirol und wurde 1959 von Alois Kraler gegründet, zunächst mit zwei Mitarbeitern. Heute zählt das Unternehmen zu den größeren europäischen Anbietern für Sonnen- und Wetterschutz, 2024 erwirtschafteten rund 1.200 Beschäftigte etwa 185 Millionen Euro Umsatz in über 60 Märkten. Das Programm umfasst Markisen, Raffstoren, Rollläden, Wintergartenbeschattung und Insektenschutz.

Schlotterer Sonnenschutz Systeme hat seinen Sitz in Adnet bei Salzburg und besteht seit 1976. Rund 630 Beschäftigte fertigen dort auf 22.000 Quadratmetern Produktionsfläche, das Programm reicht von Rollläden über Raffstoren bis zu Senkrechtmarkisen und Insektenschutz, mit mehreren tausend Varianten und über 200 Farben.

Für den österreichischen Markt hat das einen praktischen Vorteil: kurze Wege bei Ersatzteilen, ein dichtes heimisches Händlernetz und Produkte, die für die hiesigen Wind- und Wetterverhältnisse ausgelegt sind.

Die großen Anbieter aus Deutschland

WAREMA Renkhoff wurde 1955 in Marktheidenfeld in Unterfranken gegründet, der Name setzt sich aus Wagner, Renkhoff und Marktheidenfeld zusammen. Mit rund 5.300 Beschäftigten ist das Unternehmen einer der größten europäischen Anbieter und deckt das komplette Sortiment für innen und außen ab, einschließlich Steuerungssystemen.

markilux fertigt seit 1972 in Emsdetten in Nordrhein-Westfalen Markisen. Bis 2017 war markilux eine Marke der Schmitz-Werke, seit 2018 ist das Unternehmen eigenständig und produziert selbst. Die Verbindung zur Textilseite des Konzerns erklärt den Schwerpunkt bei Tuchqualität und Stoffkollektionen.

weinor aus Köln besteht seit 1960 und fertigt an zwei deutschen Standorten Markisen, Terrassendächer und Wintergärten. Seit 1991 gehört das Unternehmen zur Schweizer Griesser-Gruppe. Erhardt Markisenbau im bayerischen Burtenbach ist seit 1980 tätig und baut neben Kassetten- und offenen Markisen auch Pergola- und Wintergartenmarkisen sowie Lamellendächer.

Hersteller im Überblick
HerstellerSitzSeitProgramm
HELLA Sonnen- und WetterschutztechnikAbfaltersbach, Tirol1959Markisen, Raffstoren, Rollläden, Wintergartenbeschattung
Schlotterer Sonnenschutz SystemeAdnet bei Salzburg1976Rollläden, Raffstoren, Senkrechtmarkisen, Insektenschutz
WAREMA RenkhoffMarktheidenfeld, Bayern1955komplettes Sortiment innen und außen, Steuerungen
markiluxEmsdetten, Nordrhein-Westfalen1972Markisen mit Schwerpunkt Tuchqualität
weinorKöln, Nordrhein-Westfalen1960Markisen, Terrassendächer, Wintergärten
Erhardt MarkisenbauBurtenbach, Bayern1980Markisen, Terrassen- und Lamellendächer

Was die Herstellergarantie wert ist

Garantien werden gern als Qualitätsbeweis geführt. Sie sind eine freiwillige Zusage des Herstellers und stehen neben der gesetzlichen Gewährleistung, die davon unberührt bleibt.

Entscheidend ist, was die Bedingungen im Einzelnen abdecken. Üblich sind gestaffelte Zusagen: eine längere Frist auf Gestell und Mechanik, eine kürzere auf Motor und Elektronik, und für das Tuch häufig eine eigene Regelung. Ausbleichen des Gewebes ist in vielen Bedingungen ausdrücklich ausgenommen, weil es als normale Alterung gilt.

Zwei Fragen klären den Wert einer Garantie schneller als jeder Vergleich der Jahreszahlen: Wer trägt die Arbeitszeit für den Austausch, und wer trägt die Anfahrt? Eine Garantie, die nur das Ersatzteil deckt, lässt bei einem Motorschaden im vierten Jahr immer noch eine dreistellige Rechnung übrig.

Woran Sie einen echten Vertragspartner erkennen

Fast jeder Betrieb kann Anlagen bekannter Marken beschaffen. Ein autorisierter Fachpartner zu sein bedeutet mehr: Schulung auf die Systeme, Zugang zu Ersatzteilen und im Reklamationsfall eine direkte Linie zum Werk.

Prüfen lässt sich das in zwei Schritten. Der Hersteller führt auf seiner Website in der Regel eine Händlersuche, in der eingetragene Partner mit Adresse zu finden sind. Und im Angebot sollte die genaue Typenbezeichnung der Anlage stehen, nicht nur der Markenname, weil erst diese Bezeichnung das Modell und damit die geprüften Kennwerte festlegt.

Der Umkehrschluss ist übrigens keiner: Ein Betrieb ohne Herstellerbindung kann hervorragend arbeiten, gerade bei Reparatur und Neubespannung markenübergreifend. Für eine Neuanlage mit langer Lebensdauer ist die Frage nach der Ersatzteilkette dennoch berechtigt.

Fragen, die mehr verraten als der Markenname

Diese fünf Punkte trennen ein belastbares Angebot von einem Prospektversprechen, unabhängig davon, welcher Hersteller darauf steht.

  • Genaue Typenbezeichnung der Anlage, nicht nur die Marke
  • Windwiderstandsklasse für die bestellte Größe, nicht für die Baureihe
  • Zusage zur Ersatzteilverfügbarkeit und wie lange die Baureihe schon läuft
  • Garantiebedingungen getrennt für Gestell, Motor und Tuch, samt Arbeitszeit und Anfahrt
  • Ist der Betrieb eingetragener Partner des Herstellers, nachprüfbar über dessen Händlersuche

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Welcher Markisenhersteller ist der beste?

Diese Frage führt in die Irre, weil die Grundtechnik der etablierten Anbieter vergleichbar ist und nach derselben Norm geprüft wird. Aussagekräftiger sind das Programm, also ob die gewünschte Bauart und Größe überhaupt gefertigt wird, die Ersatzteilversorgung über fünfzehn Jahre und die Qualität des ausführenden Betriebs.

Gibt es österreichische Markisenhersteller?

Ja, zwei mit europäischer Reichweite. HELLA in Abfaltersbach in Osttirol besteht seit 1959 und beschäftigt rund 1.200 Menschen. Schlotterer in Adnet bei Salzburg fertigt seit 1976 mit etwa 630 Beschäftigten, mit Schwerpunkt auf Rollläden, Raffstoren und Senkrechtmarkisen.

Wie wichtig ist die Herstellergarantie?

Weniger als die Jahreszahl vermuten lässt. Sie ist freiwillig und steht neben der gesetzlichen Gewährleistung. Entscheidend sind die Bedingungen: Ausbleichen des Tuchs ist häufig ausgenommen, und ob Arbeitszeit und Anfahrt gedeckt sind, entscheidet darüber, ob im Schadensfall eine Rechnung übrig bleibt.

Muss ich beim Vertragshändler des Herstellers kaufen?

Nicht zwingend. Ein autorisierter Partner bringt Schulung auf die Systeme, Ersatzteilzugang und eine direkte Linie zum Werk mit, was bei einer Neuanlage mit langer Lebensdauer zählt. Für Reparatur und Neubespannung arbeiten viele Betriebe markenübergreifend und gut.

Warum steht auf meinem Angebot nur der Markenname?

Das ist zu wenig. Erst die genaue Typenbezeichnung legt Modell, Größenbereich und die geprüften Kennwerte fest, insbesondere die Windwiderstandsklasse. Ohne diese Angabe lassen sich zwei Angebote derselben Marke nicht vergleichen.

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