Erst klären, ob Sonne, Regen oder beides abgehalten werden soll. Diese eine Frage schließt die Hälfte der Optionen aus.
Die Frage vor dem Preisvergleich
Alle Lösungen werfen Schatten, und darin sind sie austauschbar. Sie unterscheiden sich darin, was sie sonst noch leisten und was sie dafür verlangen.
Drei Fragen grenzen das Feld ein. Soll die Beschattung auch Regen abhalten, oder genügt Sonnenschutz? Soll sie verschwinden können, wenn die Sonne im Oktober willkommen ist, oder darf sie stehen bleiben? Und muss sie ohne bauliche Eingriffe auskommen, etwa in einer Mietwohnung?
Wer diese drei beantwortet, hat meist nur noch zwei Optionen zur Auswahl, und der Preisvergleich wird zur Nebensache. Die häufigste Fehlentscheidung entsteht dagegen, wenn nach dem Preis gesucht und die Funktion nachträglich passend geredet wird.
| Sonnensegel | Großschirm | Markise | Lamellendach | |
|---|---|---|---|---|
| Preisrahmen | 30 bis 400 Euro | 400 bis über 1.000 Euro | ab rund 1.300 Euro | 330 bis 1.400 Euro je m² |
| Sonnenschutz | ja | ja | ja | ja, dosierbar |
| Regenschutz | nur bei Neigung und Auslegung | begrenzt | nein | ja |
| Verschwindet bei Nichtgebrauch | abnehmbar | zusammenklappbar | vollständig | nein |
| Eingriff am Gebäude | Befestigungspunkte | keiner | Wand oder Decke | Fundament und Wand |
| Windverhalten | abnehmen bei Sturm | einklappen | einfahren ab Windstärke 7 | bleibt stehen |
| Ganzjährig nutzbar | nein | nein | nein | ja |
Sonnensegel: günstig, flexibel, wetterabhängig
Ein Sonnensegel ist eine an drei oder mehr Punkten gespannte Tuchfläche. Einfache Ausführungen beginnen bei rund 30 Euro, brauchbare Segel mit gutem UV-Schutz und schimmelfester Ausrüstung liegen bei 100 bis 250 Euro. Faltbare Ausführungen für Pergolen kosten 350 bis 400 Euro.
Der Vorteil liegt in der Freiheit. Ein Segel lässt sich über eine unregelmäßig geschnittene Fläche spannen, dorthin, wo eine Markise mangels Wand nicht hinkommt, und es sieht dabei leicht aus. Aufgehängt wird es an Wandhaken, Masten oder vorhandenen Bäumen.
Die Grenzen sind ebenso klar. Die Befestigungspunkte müssen erhebliche Zugkräfte aufnehmen, und ein Segel nimmt Wind auf wie ein Segel. Bei Sturm gehört es abgenommen, was bedeutet, dass jemand es abnehmen muss. Und Regenschutz bietet es nur, wenn es entsprechend geneigt und dafür ausgelegt ist, sonst sammelt sich Wasser in der Mitte.
Großschirm und Ampelschirm: nichts wird gebohrt
Der Schirm ist die einzige Lösung, die ohne Eingriff am Gebäude auskommt. Stabile Ampelschirme mit Standfuß liegen bei 400 bis 600 Euro, hochwertige Varianten mit Dreh- und Neigefunktion und witterungsfestem Bezug über 1.000 Euro.
Sein Vorzug ist die Beweglichkeit. Er folgt der Sonne, lässt sich mittags über den Tisch und abends zur Westseite drehen, und er zieht bei einem Umzug mit. Für Mietwohnungen mit ausreichend großem Balkon ist er häufig die pragmatischste Lösung, weil keine Zustimmung nötig ist.
Zu bedenken sind zwei Punkte. Der Standfuß wiegt bei größeren Schirmen erheblich, was auf einem Balkon eine Frage der zulässigen Last sein kann. Und der Schirm steht im Weg: Er nimmt Fläche ein, die eine Markise freilässt, weil sie über dem Kopf hängt.
Feste Überdachung und Lamellendach
Am anderen Ende der Skala stehen bauliche Lösungen. Eine Terrassenüberdachung aus Aluminium mit Glasdach liegt bei etwa 250 bis 1.200 Euro je Quadratmeter, ein Lamellendach bei 330 bis 1.400 Euro. Maßgefertigte Anlagen mit Montage und Beschattung erreichen im Gesamtpreis schnell fünfstellige Beträge.
Dafür bekommt man etwas grundsätzlich anderes: einen nutzbaren Außenraum bei jedem Wetter. Regen, Wind und im Fall des Lamellendachs auch die dosierbare Beschattung sind abgedeckt, und die Terrasse bleibt im Frühjahr und Herbst benutzbar.
Der Preis dafür ist Dauerhaftigkeit im doppelten Sinn. Die Konstruktion steht auch dann, wenn die Wintersonne willkommen wäre, sie verschattet die dahinterliegenden Räume ganzjährig, und sie ist ein Bauwerk, für das je nach Bundesland und Lage ein Bewilligungsverfahren nötig sein kann. Was ein Lamellendach im Vergleich zur Pergolamarkise leistet, ist dort ausführlicher beschrieben.
Wo die Markise ihren Platz behauptet
Zwischen den Extremen liegt die Markise, und ihre Stärke ist genau diese Zwischenstellung. Eine Gelenkarmmarkise mit Montage beginnt bei rund 1.300 Euro und damit deutlich über dem Segel, aber weit unter jeder baulichen Lösung.
Ihr eigentliches Argument ist die Reversibilität. Sie beschattet auf Knopfdruck und verschwindet vollständig, wenn sie nicht gebraucht wird. Im Winter steht kein Bauteil vor dem Fenster, das Licht wegnimmt, und die Fassade bleibt frei. Keine feste Konstruktion kann das.
Ihre Grenze liegt beim Wetter. Sie ist Sonnenschutz, kein Dach, und ab Windstärke sieben gehört sie eingefahren. Wer den Außenraum ganzjährig nutzen will, kauft mit ihr das Falsche. Wer im Sommer Schatten will und den Rest des Jahres freien Himmel, kauft mit ihr das Richtige.
Die kurze Entscheidungshilfe
Nach diesen Situationen sortiert, wird die Auswahl meist eindeutig.
- Mietwohnung, nichts darf gebohrt werden: Großschirm oder Klemmmarkise.
- Unregelmäßige Fläche ohne passende Wand: Sonnensegel, mit tragfähigen Befestigungspunkten.
- Schatten über der Terrasse im Sommer, freier Himmel im Winter: Markise.
- Sitzplatz soll bei Regen nutzbar bleiben: feste Überdachung oder Lamellendach.
- Große Fläche, windoffene Lage, Schatten soll bleiben können: Pergolamarkise mit Stützen.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
Ist ein Sonnensegel günstiger als eine Markise?+
Deutlich, jedenfalls im Anschaffungspreis. Brauchbare Segel liegen bei 100 bis 250 Euro, eine montierte Gelenkarmmarkise beginnt bei rund 1.300 Euro. Dafür muss das Segel bei Sturm abgenommen werden, braucht tragfähige Befestigungspunkte und bietet ohne entsprechende Neigung und Auslegung keinen Regenschutz.
Was hält Regen ab, eine Markise oder eine Überdachung?+
Eine Überdachung. Ein Markisentuch ist wasserabweisend ausgerüstet und lässt bei ausreichender Neigung leichten Regen abperlen, ist aber kein Dach. Für einen Sitzplatz, der bei Regen nutzbar bleiben soll, führt der Weg zur festen Überdachung oder zum Lamellendach.
Welche Lösung passt in eine Mietwohnung?+
Ein Großschirm, weil dafür nichts gebohrt wird und keine Zustimmung nötig ist, oder eine Klemmmarkise, sofern eine Decke über dem Balkon vorhanden ist. Sobald in Fassade oder Brüstung gebohrt wird, braucht es die Zustimmung des Vermieters.
Lohnt sich der Aufpreis für ein Lamellendach?+
Wenn der Außenraum ganzjährig nutzbar sein soll, ja. Es hält Starkregen unabhängig von der Neigung ab und regelt Schatten und Belüftung getrennt. Wer nur im Sommer Schatten braucht, zahlt für Eigenschaften, die er nicht nutzt, und nimmt dafür ein Bauteil in Kauf, das auch im Winter vor dem Fenster steht.
Kann ich mehrere Lösungen kombinieren?+
Das ist sogar der Regelfall bei durchdachten Terrassen. Üblich sind eine waagrechte Markise gegen die Mittagssonne und eine senkrechte Anlage oder ein Volant gegen die flache Abendsonne. Ein Schirm ergänzt punktuell dort, wo die feste Anlage nicht hinreicht.
