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Einsatzbereich

Elektrische Markise: Motor, Funk und Sensoren

Der Motor sitzt unsichtbar in der Tuchwelle und ist ab etwa vier Metern Breite der Normalfall. Die wichtigere Entscheidung fällt daneben: Ein Windsensor braucht Strom, und genau bei dem Gewitter, gegen das er schützen soll, ist der manchmal weg.

Gelenkarmmarkise an einer modernen Terrasse vor Alpenlandschaft
Inhaltsübersicht
Die Kernfrage

Der Sonnensensor ist Komfort, der Windsensor ist Schutz. Wer bei der Automatik sparen will, spart beim Sonnensensor und behält die Nothandkurbel.

Der Rohrmotor steckt in der Welle

Bei einer motorisierten Markise sitzt der Antrieb im Inneren des Tuchbaums. Dieser Rohrmotor dreht die Welle und wickelt das Tuch auf oder ab, während die Gelenkarme durch ihre Federspannung für die Straffung sorgen. Von außen ist davon nichts zu sehen, das Gehäuse bleibt gleich.

Ausgelegt wird der Motor über das Drehmoment in Newtonmetern, und dieses richtet sich nach Breite, Ausfall und Gewicht des Tuchs. Übliche Antriebe für Gelenkarmmarkisen decken je nach Typ Anlagen bis etwa acht Metern Ausfall ab. Ein unterdimensionierter Motor fährt zwar, arbeitet aber dauerhaft am Limit und fällt entsprechend früh aus.

Ab welcher Größe sich der Antrieb aufdrängt, hängt weniger am Komfort als an der Physik. Eine große Anlage von Hand zu kurbeln dauert lange und erzeugt ungleichmäßigen Zug, der das Tuch schief einlaufen lässt. Ab vier Metern Breite kurbelt kaum noch jemand freiwillig.

Verdrahtet oder per Funk

Der verdrahtete Motor wird über einen fest installierten Schalter oder Taster bedient. Das setzt eine Leitung von der Anlage zum Schalter voraus, was im Neubau unproblematisch und im Bestand oft eine Stemmarbeit ist.

Der Funkmotor empfängt seine Befehle von einem Handsender oder Wandsender, der ohne Leitung auskommt und irgendwo aufgeklebt werden kann. Zur Anlage muss trotzdem Strom, aber nur dorthin. Deshalb ist Funk bei nachträglicher Ausstattung fast immer die günstigere Lösung, obwohl der Motor selbst mehr kostet.

Ein Punkt, der beim Kauf gern übergangen wird: Funkstandards sind zwischen Herstellern nicht durchgängig kompatibel. Wer später eine zweite Anlage ergänzen oder alles über eine Fernbedienung steuern will, sollte innerhalb eines Systems bleiben. Nachträgliche Kompatibilität lässt sich nicht herstellen.

Bedienarten im Vergleich
KurbelMotor mit SchalterFunkmotor
Stromanschluss nötigneinjaja
Leitung zum Bedienpunktentfällterforderlichentfällt
Sensorik möglichneinjaja
Bedienung bei Stromausfallimmernur mit Nothandbedienungnur mit Nothandbedienung
Nachrüstung im BestandAusgangszustandaufwändigmeist einfacher
Sinnvoll abbis etwa 3,5 m BreiteNeubau, geplante LeitungBestand, mehrere Anlagen
Elektrische Markise: Motor, Funk und Sensoren
Eine passende Markise verbindet Schattenfläche, Windlage und Montagegrund.

Windsensor schützt, Sonnensensor bedient

Die beiden Sensoren haben verschiedene Aufgaben, und sie sind nicht gleich wichtig. Der Windwächter misst die Windgeschwindigkeit und fährt die Anlage selbsttätig ein, sobald ein eingestellter Schwellenwert überschritten wird. Er verhindert einen Schaden, der niemanden vorwarnt. Kostenpunkt je nach System 150 bis 350 Euro.

Der Sonnensensor misst die Lichtstärke und fährt aus, wenn die Sonne auf die Fläche trifft. Das ist Komfort: Die Terrasse ist beschattet, bevor jemand daran denkt, und der Raum dahinter heizt sich nicht auf, während niemand zu Hause ist.

Bemerkenswert ist die Reihenfolge, in der Hersteller diese Funktionen freigeben. Die Sonnenautomatik lässt sich in aller Regel nur zusammen mit der Windfunktion nutzen, nicht allein. Der Grund liegt auf der Hand: Eine Anlage, die selbsttätig ausfährt, während niemand da ist, braucht zwingend eine Instanz, die sie auch selbsttätig wieder einfährt.

Der Fall, für den kaum jemand plant

Ein Sommergewitter bringt beides mit: Böen und, nicht selten, einen Stromausfall. Fällt die Spannung aus, während die Markise ausgefahren ist, arbeitet der Windwächter nicht mehr. Er ist ein elektrisches Bauteil, das ohne Strom weder misst noch schaltet. Die Anlage steht dann genau in der Situation draußen, für die der Sensor angeschafft wurde.

Deshalb ist die Nothandkurbel kein Zubehör für Umständliche. Motoren mit Nothandbedienung, im Handel häufig mit dem Kürzel NHK bezeichnet, lassen sich über eine Kurbel oder eine Öse mechanisch einfahren. Wer diese Option beim Kauf weglässt, hat bei Stromausfall keine Möglichkeit, die Anlage in Sicherheit zu bringen.

Die Konsequenz für die Bestellung ist einfach: Nothandbedienung mitbestellen, ihre Bedienung einmal zeigen lassen und die Kurbel dort aufbewahren, wo sie im Ernstfall auch gefunden wird. Sie kostet wenig und ist die einzige Rückfallebene, die das System hat.

Nachrüsten: bei den meisten Gelenkarmmarkisen möglich

Eine vorhandene Kurbelmarkise lässt sich in vielen Fällen auf Motorbetrieb umbauen. Der neue Rohrmotor wird anstelle des Kurbelgetriebes in die Tuchwelle geschoben, was voraussetzt, dass der Innendurchmesser der Welle passt und die Anlage sich seitlich öffnen lässt.

Vor der Bestellung sind drei Dinge zu klären: der Wellendurchmesser, das benötigte Drehmoment für die konkrete Anlagengröße und die Frage, wo der Strom herkommt. Der dritte Punkt entscheidet meist über die Kosten, nicht der Motor.

Ob sich der Umbau lohnt, hängt vom Alter ab. Bei einer zehn Jahre alten Anlage mit ausgeblichenem Tuch und Spiel in den Gelenken landet man schnell bei einer Investition, die zusammen mit einer fälligen Neubespannung in die Nähe eines Neukaufs kommt. Dann ist die neue Anlage mit ab Werk eingebautem Motor die sauberere Lösung.

Was der Elektroanschluss verlangt

Ein Motor braucht 230 Volt am Montageort. Liegt dort keine Leitung, gehört das in die Planung, bevor die Markise bestellt wird, und es ist Sache eines konzessionierten Elektrikers. Zuleitung, Absicherung und ein außenliegender Anschluss in geeigneter Schutzart sind kein Do-it-yourself-Bereich.

Für die Terminplanung heißt das: Die Elektroarbeit liegt vor der Montage, nicht danach. Kommt der Monteur zu einer Anlage ohne Strom, hängt die Markise zwar, funktioniert aber nicht, und für den zweiten Anfahrtsweg zahlt in der Regel der Auftraggeber.

Auf dem Angebot gehört dieser Posten getrennt ausgewiesen, mit der Angabe, wo die Zuleitung endet. Welche weiteren Positionen ein vergleichbares Angebot enthalten muss, steht unter Kosten.

Smart Home: nützlich, aber nicht die Schutzfunktion

Viele Systeme lassen sich in eine Haussteuerung einbinden, per App bedienen oder mit Zeitplänen und Wetterdaten verknüpfen. Das ist praktisch, etwa um die Markise im Urlaub eingefahren zu lassen oder sie morgens vor der ersten Sonne auszufahren.

Eine Einschränkung gehört dazu. Die Windüberwachung sollte auf einem lokalen Sensor an der Anlage beruhen, nicht auf einer Wettervorhersage aus dem Netz. Eine Fallböe am Haus steht in keinem Wetterdienst, und eine Steuerung, die auf eine Internetverbindung angewiesen ist, hat einen zusätzlichen Punkt, an dem sie ausfallen kann.

Beim Motor mitbestellen

Diese vier Punkte lassen sich später nur mit Aufwand oder gar nicht ergänzen.

  • Nothandbedienung, um die Anlage bei Stromausfall mechanisch einfahren zu können
  • Windwächter mit lokalem Sensor an der Anlage, nicht als reine App-Funktion
  • Funksystem eines Herstellers, wenn weitere Anlagen folgen sollen
  • Elektroanschluss als eigene Position im Angebot, mit dem Endpunkt der Zuleitung

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Ab welcher Größe braucht eine Markise einen Motor?

Ab etwa vier Metern Breite ist der Antrieb die Regel. Der Grund ist nicht Bequemlichkeit: Eine große Anlage von Hand zu kurbeln erzeugt ungleichmäßigen Zug, und das Tuch läuft mit der Zeit schief ein. Bei Senkrechtmarkisen liegt die Grenze schon bei rund zweieinhalb Metern.

Was passiert bei einem Stromausfall?

Ohne Strom arbeitet auch der Windwächter nicht, und die ausgefahrene Anlage bleibt ungeschützt. Motoren mit Nothandbedienung lassen sich mechanisch über eine Kurbel oder Öse einfahren. Ohne diese Option gibt es keine Rückfallebene, weshalb sie beim Kauf mitbestellt gehört.

Kann ich meine alte Kurbelmarkise auf Motor umrüsten?

Bei den meisten Gelenkarmmarkisen ja. Der Rohrmotor ersetzt das Kurbelgetriebe in der Tuchwelle. Zu prüfen sind Wellendurchmesser, das nötige Drehmoment für die Anlagengröße und der Stromanschluss, der meist den größeren Kostenblock ausmacht. Bei alten Anlagen mit fälliger Neubespannung lohnt eher der Neukauf.

Brauche ich Wind- und Sonnensensor oder reicht einer?

Der Windsensor allein ergibt Sinn, der Sonnensensor allein nicht. Hersteller geben die Sonnenautomatik in der Regel nur zusammen mit der Windfunktion frei, weil eine Anlage, die selbsttätig ausfährt, auch selbsttätig einfahren können muss. Wer sparen will, lässt die Sonnenautomatik weg.

Sind Funkfernbedienungen verschiedener Hersteller kompatibel?

In der Regel nicht. Die Funkprotokolle unterscheiden sich, und eine nachträgliche Kopplung zwischen Systemen ist meist nicht möglich. Wer später eine zweite Markise, Rollläden oder Raffstoren ergänzen möchte, sollte sich von Anfang an für ein System entscheiden.

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